Turniere

Die Begleitung(schwimm)hundprüfung

Pünktlich um 10 Uhr am Samstag morgen versammelten sich 6 Prüflinge mit ihren Hunden und zahlreichen Daumendrückern auf dem Gelände und im Vereinsheim. Ebenfalls pünktlich kam der Regen… eigentlich eine kleine Sintflut. Beppo fragte bei seiner Begrüßung, was wir den Böses verbrochen hatten, dass es bei drei Veranstaltungen,  zweimal so dermaßen regnen musste. Der Leistungsrichter Obmann, der heute über unsere Prüflinge urteilen sollte, Dieter Jäkel hatte sich extra für uns auf den Weg aus der Rheinebene gemacht und war aus Offenburg zu uns gefahren. Er meinte lapidar, dass es bei ihm zwar wärmer, aber auch nicht weniger nass gewesen sei. Trotzdem ließen wir uns nicht unterkriegen und die Teilnehmer „schwammen“ auf ihre Plätze. Den Richter setzten wir in ein Ruderboot und so konnte es losgehen.

Die ersten Teams schwimmen los

Nein, natürlich sind wir zwar auf dem matschigen Rasen gelaufen, aber schwimmen musste dann doch keiner. Es regnete sehr stark und so mancher Hund warf seinem Herrchen oder Frauchen einen frustrierten und ungläubigen Blick zu, aber alle machten das beste aus dem Wetter und ließen es eben über sich ergehen. Den Anfang machten Sandra mit Charly und Gaststarterin Anja mit der erst 16 Monate alten Cipsy.

Anja legte ihre Cipsy unter deren todesverachtenden Blicken ab und stellte sich dann mit dem Rücken zum Geschehen hin, während Sandra mit Charly an den Start ging. Nachdem er ein paar Mal hilfesuchend zu ihr und zu der bereitstehenden Gruppe (unter einem Schirm) guckte, ergab sich Charly seinem Schicksal und begleitete sein Frauchen sehr brav entlang dem Schema. Bis auf Kleinigkeiten konnte auch der aufmerksame Leistungsrichter keine Fehler entdecken und mit einem deutlich erleichterten Gefühl konnte Sandra ihren Charly ablegen, während Anja mit Cipsy das Schema absolvierte. Cipsy saß teilweise da wie der sprichwörtlich begossene Pudel, als der Regen nochmal eine Schippe drauf legte und es wie aus Eimern kübelte.

Der Regen war Charly dann zu viel, er stand auf und schlich sehr unglücklich zu seinem Frauchen Sandra, um dort etwas Trost zu finden. Jeder, der schon einmal eine Begleithundeprüfung gelaufen ist, kennt dieses Gefühl, wenn der Hund plötzlich neben einem steht und eigentlich 30 Schritte hinter einem liegen sollte… Cipsy ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen und lief – zwar wenig freudig – aber sehr artig und schön mit Frauchen Anja mit und absolvierte die Übungen alle ohne große Schnitzer. So fand auch Leistungsrichter Dieter Jäkel keine großen Beanstandungen, zeigte Verständnis für Charly und verkündete beiden Prüflingen, dass Teil 1 bestanden sei.

Die zweite Gruppierung plantscht ins Geschehen

Der Regen zeigte keine Gnade als Malte mit Aria und Sabrina mit Hurrikan an den Start gingen. Malte sollte seine kleine Aria zuerst ablegen, was ihn einige Mühe kostete, denn Aria sah es überhaupt nicht ein, sich in den Sumpf zu legen. Schließlich konnte er sie überzeugen (vermutlich hat er ihr eine gebratene Kuh und einen eigenen Kachelofen versprochen) und sie legte sich hin. Trotz Starkregen blieb sie auch eisern liegen, während Sabrina mit Hurrikan ihre Prüfung begann. Hurrikan versuchte zwar ab und zu mal ein bisschen unter den Regentropfen durchzutauchen oder auszuweichen, aber insgesamt lief er sehr schön mit und zeigte weder beim Sitz oder Platz aus der Bewegung Unsicherheiten, obwohl er sehr unglücklich aussah. Der Vorsitz war auch nahezu perfekt und die Erleichterung war ihm deutlich anzumerken, als er sich am Ende der Regentortur sah.

Zu früh gefreut, Hurrikan. Jetzt ging es für ihn in die Ablage und Malte durfte seine Aria holen und zum Schema führen. Hurrikan legte sich prompt hin und Sabrina stellte sich mit dem Rücken zum Geschehen hin. Malte war so aufgeregt, dass er zu früh loslief und vom Richter eingefangen werden musste. Noch einmal tief durchatmen und schon konnten die beiden starten. Es lief gut und Aria blieb brav an seiner Seite, jede Kehrtwendung, jede Position wurde prompt ausgeführt, auch durch die Gruppe kamen die beiden einigermaßen gut durch. Während der Freifolge versuchte Aria ihr angespanntes Herrchen etwas aufzulockern und spazierte mal rechts weg und besah sich auch den Richter näher.

Aber insgesamt blieb sie sehr schön in der Position und ließ sich auch nicht davon ablenken, dass Hurrikan mittlerweile gelangweilt aufstand und sich schnüffelnder Weise auf Sabrina zubewegte. Mit kleinen Abzügen in der B-Note bestanden auch diese beiden Teams den ersten Teil und wurden von den – im trockenen stehenden – Zuschauern bejubelt und gefeiert.

Last but not least

Nun gingen die letzten Teams an den Start. Gaststarterin Susanne sollte ihre Jula zuerst ablegen, während Nadine mit Pepper das Schema lief. Jula fand das Abliegen genauso doof, wie die Vorgänger, blieb aber auf der von Frauchen bestimmten Stelle. Nur beschloss das Hundemädchen resolut, dass es ausreichend ist, an der Position zu sitzen, anstatt sich ganz ins nasse Gras zu legen. Nadine und Pepper hatten kleine Schwierigkeiten und Pepper pendelte sehr hin und her, blieb aber doch bei ihrem Frauchen. In der Gruppe verweilte sie etwas länger bei dem einen oder anderen Menschen, um die Leckerliekontrolle durchzuführen, ließ sich aber von ihrem Frauchen immer wieder in die Position bringen.

Beim Sitz aus der Bewegung war Pepper unentschlossen, was denn nun erwartet wurde und stand zwischendurch auf, setzte sich aber wieder selbständig. Das Platz aus der Bewegung versuchte sie dann aufzulockern und flitzte an Nadine vorbei, kontrollierte die Geräteräume und kam aber nach dem dritten Abrufen letztendlich doch noch zu Nadine zurück. Der Vorsitz war zwar etwas schief, aber die Grundstellung klappte dann wieder. Nun war Teamwechsel angesagt und Nadine legte Pepper ab, während Susanne mit Jula das Schema absolvieren musste.

Etwas nervös ging sie an den Start, aber dann zeigte das kleine Mädchen aus Spanien – ich meine Jula – was sie gelernt hatte und lief sehr schön, aber etwas weit weg neben Susanne her. Der Regen hatte zum Glück etwas nachgelassen und spülte weder Hund noch Frauchen vom Platz. Die beiden schafften alle Elemente des Schemas sehr gut bzw. gut und so konnte Leistungsrichter Dieter Jäkel auch diesen beiden Teams den Teil 1 als bestanden verkünden. Jetzt wurde erstmal kurz gefeiert, bis es nachher zum 2. Teil ging.

Stadtteil – oder so ähnlich

Der Stadtteil wurde auf der Zufahrt des Vereinsgeländes absolviert. Die Hunde mussten eine Reihe von Unbefangenheitsübungen absolvieren, um ihre Verkehrstauglichkeit zu bescheinigen. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört und es zeigte sich zartes blau am Himmel. Alle 6 Hunde zeigten sich nicht groß beeindruckt von den vielfältigen Umwelteinflüssen, die ihnen Dieter Jäkel präsentierte. Weder ein Auto, noch ein Fahrrad oder Roller störten die Vierbeiner. Auch vorbeilaufende Menschen oder Jogger waren uninteressant und so konnte er allen den Teil 2 als ebenfalls bestanden verkünden.

Als Tagesbeste wurde Anja mit Cipsy ein Pokal überreicht und jeder Teilnehmer bekam eine Urkunde und was zum Knabbern und Spielen für den Hund. Schließlich hatten die sich für eine Prüfung, die sie selber bestimmt nicht so gestalten würden, in den Regen gewagt. Aber was macht Hund nicht alles für seinen Menschen? Bei inzwischen strahlendem Sonnenschein feierten die Prüflinge mit ihren „Daumendrückern“ ausgelassen und genossen das Ende der Prüfung und den Beginn der nun kommenden Turniersaisonen.

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