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Plüschfell und fliegende Pfoten

Wochenlang gab es Sonne satt und nachdem sich auch ein angenehmer Wind dazugesellte, war es aus Hund-Mensch Sicht gar nicht so blöd mit dem Sommer. Ja, gut, es war sehr trocken. Der Rasen hatte eher was von einer Steppe und Hund und Mensch konnte sich den einen oder anderen Splitter einreißen, da der Rasen den Namen Rasen nicht mehr verdiente. Aber dann… Wolken brauen sich zusammen und ein wunderbarer ergiebiger Regen füllt die Bäche und Flüsse wieder auf, wässert den Rasen und sorgt für angenehme Kühle. Aber der Zeitpunkt war echt blöd… ausgerechnet, als die Camper für das Aussie-Wochenende anreisten, schütte es als wären sämtliche Schleusen auf eine neue Sintflut gestellt. Zumindest einen bleibenden Eindruck haben unsere Camper auf dem Rasen hinterlassen. 🙂

Freitag – Rally Obedience Turnier

Für den Freitag war ein regnerischer Tag angesagt und dementsprechend vorsichtig guckten wir immer wieder zum Himmel, der aber sehr charmant mit ein paar lockeren Wolken und einer freundlichen Sonne auf uns hinabwinkte. Sollte es bei diesem nassen Donnerstag abend und der regnerischen Nacht geblieben sein?

Unter den scharfen Augen – immer mit einem freundlichen Lächeln und dem charmanten Spruch: „Hier liegen 100 Punkte für dich bereit, du musst sie nur noch aufheben!“ – von Iris Pürkel startete um 10 Uhr das Rally Obedience Turnier. Ursprünglich war es ein geschlossenes Turnier, aber kurz vor Torschluss wurde das Turnier für alle Hunderassen geöffnet und so gab es nicht nur Aussies und Mini-Aussies, die sich um die begehrten Schleifen rissen.

Für unseren Verein ging Petra mit Yumi (Klasse 1) und Choise (Beginner) an den Start. Da das Turnier erst sehr spät für alle Rassen und Mischlinge geöffnet wurde, hatten die restlichen Donaueschinger Starter leider nicht gemeldet. Dafür hatte Petra einen sehr großen Fanclub hinter sich und war dementsprechend nervös. Und wie soll es anders sein? Yumi  zeigte ihrem Frauchen, dass Nervosität perfekt zum Blödeln und Kaspern ist. Schließlich musss das Frauchen aufgemuntert werden.

Klasse 1 und Erstklassig

Nachdem zuerst die Klassen 3 und 2 ihren Parcours absolvierten und dann nach langer Wartezeit die Klasse 1 an den Start ging, hatte Petra genügend Zeit ihre Aufregung in ausreichend Hibbeligkeit auszubauen, um optimal an den Start zu gehen. Yumi hatte spontanen Gedächtnisverlust und konnte sich dieses „Sitz“ nicht mehr erklären. Was auch immer das sein sollte. Yumi hatte noch nie davon gehört. Mit ein paar Pünktchenverlusten kamen die beiden schließlich ins Ziel und Petra war hin und her gerissen zwischen: „Sie ist mein Seelenhund“ und „Hund zu verschenken“. 🙂

Bei den Beginnern hagelte es für die ersten Starter jeweils 100 Punkte. Was für die nachfolgenden Starter dementsprechend frustrierend war, schließlich hätten diese 100 Punkte Starter bestimmt auch in Klasse 1 und höher auch eine gute Vorstellung gezeigt. Trotzdem stellten sich einige Beginner der Konkurrenz und es waren einige sehr schöne Vorführungen im Klassenniveau zu sehen.

Petra und Choise starteten guter Dinge und kamen gut in den schönen Parcours. Leider litt Choise unter der gleichen Art der Amnesie wie ihre Tochter Yumi und hatte spontan vergessen, dass „Sitz“ bedeutet, dass das Hinterteil den Boden berührt. Petra war schließlich regelrecht verzweifelt und Choise legte sich vorsichtshalber gleich einmal hin. Insgesamt gesehen waren es eigentlich sehr schöne Läufe, aber leider ist so eine spontane Vergesslichkeit bei Aussies nicht so selten. Schade, dass sie gerne im Turnier zu schlägt.

Samstag – Hoopers und Ausstellung

Am Samstag morgen schauerte es ab und zu ein bisschen nieselig, blieb aber sonst ganz freundlich und ein begeistertes Publikum machte sich bereit, die noch recht neue und unbekannte Sportart „Hoopers“ kennen zu lernen. Beim Hoopers steht der Hundeführer in der Mitte des Parcours in einem großen Kreis, den er nicht verlassen darf. Er schickt seinen Hund über Ruf- und Sichtkommandos durch eine Reihe von Bögen, Tunneln oder um Tönnchen. Es sieht toll aus und ist eine sehr anspruchsvolle, aber nicht körperlich belastende Sportart für den Hund.

Nach kurzer Zeit hatten alle Zuschauer „Blut geleckt“ und brannten förmlich darauf, diese tolle Sportart mit ihren Hunden auszuprobieren. Zumindest aber wurden die tollen Leistungen entsprechend bejubelt und mit jeder Schwierigkeit lautstark mitgelitten. Je höher die Klasse, desto schwieriger die Routen und auch kleiner die Starterfelder, aber das ist ja in neuen Sportarten immer so. Sobald sie sich etabliert haben, werden die Starterfelder auch deutlich größer werden. Wir freuen uns schon aufs nächste Turnier.

Um die Mittagszeit rauschte ein Platzregen, der sich frech mit 3 Tröpfchen ankündigte und dann die Schleusen öffnete, über den Platz, dass jede Flucht fast aussichtslos war. Wer nicht innerhalb von wenigen Sekunden ein Dach erreichte, war geduscht. Für die schick frisierten Ausstellungshunde ist das natürlich sehr schade, da ein nasser Aussie, eben ein nasser Aussie ist. Da flufft das Fell nicht mehr und hängt eben nass herunter. Trotzdem gaben alle ihr Bestes und sammelten fleißig ihre Siegerschleifen.

Unser Küchenteam freute sich sehr, denn die Wirtschaft wurde gestürmt und meisterte diese Herausforderung mit Bravour, so dass sämtliche Mägen gut gefüllt wurden, bevor das Turnier nach dem unterbrechenden Regen wieder aufgenommen werden konnte. Nun musste nicht nur gegen den nassen Boden und das durchweichte Fell, sondern auch noch gegen einen mit der Schwerkraft liebäugelnden Magen gekämpft werden.

Sonntag – Agility und Ausstellung

Der Sonntag kam mit strahlendem Sonnenschein daher und ließ eine richtige Partystimmung aufkommen. Agility ist immer ein Publikumsmagnet und zieht viele Fans an. Auch hier wurde kurzfristig das „Aussies only“-Schild abgenommen und das Turnier für alle Klassen geöffnet. Nun mussten sich Petra und ihr kleiner Dickkopf Yumi einer deutlich größeren Konkurrenz stellen.

Dementsprechend machte sich schon wieder Nervosität breit und Petra hätte am Liebsten abgemeldet. Nach gutem Zureden ihres recht großen Fanclubs aus den eigenen Reihen ging sie mit flatternden Nerven an den Start. Bis auf einen Starter vor ihr hatten alle den schwierigen Parcours nicht bewältigt und sich eine Dis eingehandelt. Einfach nur durchkommen, war das Mantra.

Vom Start weg lief es super. Yumi reagierte auf die kleinste Zeichengebung von Petra und die beiden absolvierten den gesamten Parcours fehlerfrei… bis… ja, bis Yumi am Zielsprung vorbeibretterte und erstmal intensiv an der Jacke ihres Frauchens schnüffeln musste. Petra redete gefühlt minutenlang auf ihre eigenwillige Hündin ein, bis diese sich erbarmte und den Zielsprung korrekt absolvierte. Wutschnaubend hatte Petra für Yumi schon wieder das „zu verkaufen-Schild“ in der Hand…

Trotz diesem kleinen Fehltritt von Yumi schafften es die beiden auf den zweiten Platz, da der Parcours für viele der superschnellen Hunde einfach nicht zu bewältigen war. Somit hat sich wieder gezeigt, dass ein kontrollierter und langsamerer Hund oftmals erfolgreicher ist, als ein blitzschneller, der nicht mehr händelbar ist. Somit durfte das Schild wieder abgenommen werden und Yumi war sofort wieder Petras Liebling. 🙂

Alles in allem war es ein sehr erfolgreiches Turnierwochenende und trotz dem direkt auf der anderen Flussseite stattfindenenden Reitturniers und des etwas murkeligen Wetters am Anfang können wir sehr zufrieden sein. Am Abend waren wir restlos ausverkauft und können uns sicher sein, dass wir getreu dem Motto: „Liebe geht durch den Magen.“ viele Herzen für uns gewonnen haben.